Verfolgung und Widerstand in der NS-Zeit
Gedenkorte im Landkreis Freising
Vorwort
„Der 8. Mai 1945 markiert ein entscheidendes Datum deutscher Geschichte: die Befreiung vom Hitler-Faschismus. Anlässlich des 70. Jahrestages legt die Kreisvereinigung Freising-Moosburg der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (WN-BdA) in vorliegendem Werk die erste Gesamtdarstellung von Orten des Gedenkens an Widerstand und Verfolgung im Freisinger Landkreis vor. Anschauliche Schilderungen bewegender menschlicher Schicksale und die Erinnerung an den bewundernswerten Mut einzelner Widerstandskämpfer und das Leid unzähliger Opfer verfolgen dabei das Ziel: „Niemand von ihnen darf den zweiten Tod durch das Vergessen sterben.“
– Peter Floßman
Das Buch
Der 8. Mai 1945 ist ein entscheidendes Datum in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er markiert nicht nur das Ende des 2. Weltkrieges auf deutschem Boden, sondern steht vor allem für die Befreiung vom Hitler-Faschismus.
Zum 70-jährigen Jahrestag dieses Ereignisses legt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), Kreisvereinigung Freising-Moosburg dieses Gedenkortebuch vor; es ist die erste Gesamtdarstellung von offiziellen und inoffiziellen Orten der Erinnerung an Widerstand und Verfolgung in unserem Landkreis und somit ein wichtiger Beitrag zur Erforschung der NS-Zeit in unserer Region.
Durch die anschauliche Schilderung bewegender menschlicher Schicksale erinnern wir an den bewundernswerten Mut einzelner Widerstandskämpfer genauso wie an das unsägliche Leid unzähliger Opfer. Niemand von ihnen darf den zweiten Tod durch das Vergessen sterben. Nach neueren Umfragen will die Mehrheit der deutschen Bevölkerung endlich einen Schlusspunkt unter die Jahre der NS-Zeit setzen. Diesen Tendenzen, die – von selbstgerechter Gleichgültigkeit und dumpfer Verantwortungslosigkeit geprägt – die Opfer abermals verhöhnen, treten wir entschieden entgegen. Die Verdrängungsstrategie der Kriegsgeneration darf nicht von den heutigen Generationen nahtlos übernommen werden.
Unsere Vereinigung wurde 1947 als Organisation aller Verfolgten des Naziregimes gegründet. Wir sehen uns auch heute, da die meisten Zeitzeugen gestorben sind, in der Pflicht, alles zu tun, dass sich die Geschichte von 1933 bis 1945 nie mehr wiederholt. Unser Bekenntnis: „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg“ ist keine leere Formel, sondern Ansporn, weiter gegen Antisemitismus und Rassismus zu kämpfen und für den Frieden einzutreten.
Die Texte unseres Kreisvorsitzenden Dr. Guido Hoyer tragen zusammen, was an Erinnerungsarbeit von verschiedenen Seiten geleistet wurde, fußen jedoch vor allem auf seinen eigenen Forschungen in den verschiedensten Archiven; sie sind mit wissenschaftlichen Methoden erarbeitet, geben den aktuellen Stand der Recherche wieder und werden durch zahlreiche Abbildungen und Kartenmaterial ergänzt.
Ohne zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätte das Buch nicht geschrieben werden können: Ihnen sei herzlichst gedankt! Peter Floßmann leitete die Redaktion, redigierte den Text und führte die Verhandlungen mit dem Verlag; die meisten Photos stammen von Daniel Weigelt; weitere Photos lieferten Manfred Helfensteller, Gertrud Heupel, Ilse Hoyer, Werner Rauch und Susanne Carus, die auch die Karten entwarf; Irmgard Held war unverzichtbare Mitarbeiterin bei den Recherchen.
Unser Dank gilt auch dem Staatsarchiv München, dem Stadtarchiv Freising, Herrn Ernest Lang und Anneliese Zwack.
Infos zum Buch
Autor: Dr. Guido Hoyer
Erscheinungsort: Treuchtlingen, Deutschland
Cover: Foto © Manfred Helfensteller
ISBN: 9783956979972
© Literaicon Verlag inhaber Roswitha Werdin. www.literaricon.de
Alle Rechte beim Verlag und bei den jeweiligen Lizenzgebern.
Seiten
Auflage
Erscheinungsjahr
Der Autor
Dr. Guido Hoyer
Dr. Guido Hoyer (geb. 1968) ist Politikwissenschaftler und lebt derzeit in Freising.
Er widmet sich in seinen Arbeiten vor allem der NS-Vergangenheit und forscht zu Widerstand und Verfolgung in Bayern und publiziert und die Erinnerung an die NS-Verbrechen wachhält.
Seit 1986 in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschist*innen (VVN-BdA) aktiv gegen rechts. Er ist außerdem Kreisvorsitzender der VVN-BdA Freising.
Blick ins Buch
In unserem Buch finden Sie nicht nur Texte und Fotos, sondern auch Dokumente und Karten.
Anbei erhalten Sie die Möglichkeit, 4 Doppelseiten des Buches anzusehen und somit einen kleinen Einblick in das Buch zu bekommen
Orte
Die Lage- und Ortsbeschreibungen sind eine Aufforderung an die Leserinnen und Leser, die beschriebenen Orte zu besuchen und sie so im Rahmen einer würdevollen Erinnerungskultur zu beleben.
Die folgenden Gedenkorte sind im Buch aufgelistet. In Klammern finden Sie, soweit vorhanden, die GPS-Koordinaten mit einem Direktlink zu Google Maps.
Aign, Gemeinde Attenkirchen
Mahnmal „13. Juni 1944“
Freising
Stolpersteine und Gedenktafel Marcus-Haus (48°24’02.7″N 11°44’39.9″E)
Grab von Prälat Dr. Michael Höck
Grab von Max Lehner
Grab von Anton Setzwein
Grab von Ferdinand Zwack
Gedenktafel für Pater Albert Eise
Grab von Bärbel und Joschi Pohl
Tüntenhausen, Stadt Freising
Grab von Todesmarsch-Opfern
Kranzberg
Grab von Johann Döbl
Hohenbercha, Gemeinde Kranzberg
Grab von Pfarrer Korbinian Aigner
Marzling
Gedenktafel für Carl-Oskar Freiherr v. Soden
Moosburg
Gedenktafel für Josef Furtmeier
Gräber Heinrich Hiermeier/Koloman Wagner
Das ehem. Kriegsgefangenenlager Stalag VIIa
- Die Selektion u. Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener
- Widerstandsorganisationen im Moosburger Lager
- Vergessen und Gedenken 1945 bis heute
Neufahrn
Grab von Pfarrer Johann Jungmann
Blick über die Landkreisgrenze
Bruckberg
Ebrantshausen, Stadt Mainburg, Wagner-Kapelle (48°38’45.83″N 11°44’10.68″E)
Die Spurensuche geht weiter…